Zwei Preise für eine Arbeit: Maja S., Absolventin der letztjährigen 8A, hat mit ihrer Abschließenden Arbeit gleich doppelt überzeugt. Nachdem ihr bereits im Sommersemester der Alumni-Preis unserer Schule, gestiftet von Dr. Georg Schmidbauer, zuerkannt worden war, folgte am 11. September 2026 die nächste Auszeichnung. Bei der Verleihung der Fachpreise an der Universität Innsbruck belegte sie im Bereich Ethik und Philosophie den hervorragenden ersten Platz.
In ihrer Arbeit „Patriarchale Strukturen und Prostitution: Eine feministische Perspektive auf die Ausbeutung von Frauen“ widmete sie sich einem Thema, das in der öffentlichen Diskussion oft ausgeblendet wird, und bewies damit Mut und Haltung. Die Jury der Universität Innsbruck würdigte ihre Leistung mit einem Geldpreis von € 300,-. Über einen Schulpreis von € 150,- darf sich auch das BRG Wörgl freuen.
Die ganze Schulgemeinschaft ist stolz auf diesen Erfolg und gratuliert herzlich. Wie Majas Arbeit entstand und wie sie den Weg bis zur Preisverleihung erlebt hat, erzählt sie im Folgenden selbst:
Als wir in der 7. Klasse die Möglichkeit bekamen, selbst zu entscheiden, ob wir im Rahmen unserer Matura eine Abschließende Arbeit (ABA) verfassen oder eine zusätzliche Prüfung ablegen möchten, war die Wahl für mich schnell getroffen. Für mich stand von Anfang an fest, dass ich eine ABA schreiben wollte. Die eigentliche Herausforderung bestand vielmehr darin, ein Thema zu finden, das mich persönlich interessiert und gleichzeitig gesellschaftlich relevant ist.
Da feministische Themen für mich schon immer eine große Rolle spielten, wollte ich mich mit einem Bereich beschäftigen, der häufig übersehen oder gar tabuisiert wird. So entstand schließlich meine Arbeit „Patriarchale Strukturen und Prostitution: Eine feministische Perspektive auf die Ausbeutung von Frauen“. Besonders wichtig war mir dabei, nicht nur bestehende Strukturen zu beschreiben, sondern sie auch kritisch zu hinterfragen und das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.
Der Weg dorthin war allerdings nicht immer ganz so geradlinig. Besonders während des Schreibprozesses gab es Phasen, in denen es ziemlich stressig wurde, unter anderem, weil ich mich zugegebenermaßen nicht immer sofort zum Weiterschreiben motivieren konnte oder weil es herausfordernd war, geeignete Gesprächspartner:innen für meine Expert:innenintinterviews zu finden. Umso hilfreicher war meine Betreuerin Frau Prof. Gehwolf, die mich immer wieder unterstützt, ermutigt und mit wertvollen Rückmeldungen begleitet hat.
Dass meine Arbeit am Ende sogar ausgezeichnet werden würde, hätte ich während des Verfassens wohl nicht erwartet. Zunächst bekam ich nach meiner Einreichung der Arbeit an der Universität Innsbruck im Juni 2026 die Einladung zur Preisverleihung der Fachpreise für Abschließende Arbeiten in geistes- und kulturwissenschaftlichen bzw. musisch-kreativen Fächern im Herbst. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich lediglich, dass meine ABA zu den drei prämierten Arbeiten im Bereich Ethik und Philosophie gehörte. Welcher Platz es letztendlich werden würde, wurde noch nicht verraten.
Am 11. September 2026 war es dann so weit. Gemeinsam mit meiner Betreuerin Frau Prof. Gehwolf, Herrn Dir. Werlberger und meiner besten Freundin durfte ich die Preisverleihung an der Universität Innsbruck miterleben. Als schließlich bekannt gegeben wurde, dass ich den ersten Platz erhalten hatte, war die Überraschung riesig. Mit einer solchen Auszeichnung hatte ich wirklich nicht gerechnet. Zusätzlich hatte ich mich bereits einige Monate zuvor über den Alumni-Preis unserer Schule, gestiftet von Dr. Georg Schmidbauer, freuen dürfen. Beides war für mich ein besonderer Abschluss am BRG Wörgl und eine schöne Anerkennung für die ganze Arbeit und Mühe, die ich in meine ABA gesteckt hatte.
Rückblickend bin ich sehr froh, mich damals für die Abschließende Arbeit entschieden zu haben. Die Arbeit hat mir nicht nur ermöglicht, mich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, das mir am Herzen liegt, sondern mir auch gezeigt, wie wertvoll es sein kann, gesellschaftlich wenig beachtete Themen sichtbar zu machen.
Lehrperson: Geh
