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03.12.2018
Kategorie: Deutsch
Von: tos

Bert Brecht kennen lernen

Eine Begegnung unserer Deutschklassen der Oberstufe mit einem großen, aktuellen Autor

Fischreiche Wässer! Schönbaumige Wälder!
Birken- und Beerenduft!
Vieltöniger Wald, durchschaukelnd eine Luft
So mild, als stünden jene eisernen Milchbehälter
Die dort vom weißen Gute rollen, offen!
Geruch und Ton und Bild und Sinn verschwimmt.
Der Flüchtling sitzt im Erlengrund und nimmt
Sein schwieriges Handwerk wieder auf: das Hoffen.

(Bertolt Brecht: "Finnische Landschaft" [Ausschnitt; http://www.balticsealibrary.info/; 1.12.2018])

Die Oberstufenklassen kamen im Rahmen des diesjährigen Deutsch-Theaters in den Genuss einer besonderen Aufführung der Österreichischen Länderbühne. Am Montag, dem 19.11.2018, begaben wir uns nach der 1. Stunde ins Wörgler KOMMA. Dort sollten wir - nach vorbereitenden Informationen im Unterricht - einiges mehr über den deutschen Lyriker, Dramatiker und Romancier Bertolt Brecht erfahren sowie Theaterluft schnuppern und Theaterlust entwickeln können.

Es wurde diesmal nicht ein Stück im herkömmlichen Sinn aufgeführt, sondern eine Textkollage aus Brechts Werken, eingebettet in eine Dialogsituation in einem Bahnhofslokal. Die beiden Schauspieler boten dabei in ihrer Unterhaltung einen Einblick in Brechts Lebensstationen, den biographischen und historischen Hintergrund - vornehmlich in die 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Der 1898 geborene Brecht feierte in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts einen großen Erfolg mit der neuartigen "Dreigroschenoper" (Musik: Kurt Weill), deren Songs zum Teil zu Schlagern der Zeit wurden ("Moritat von Mackie Messer"). Der politisch engagierte Autor musste nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen und fand schließlich nach mehreren Stationen in skandinavischen Staaten in den USA Zuflucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Brecht nach Europa zurück, wurde nach Intrigen einiger konservativer Gegner nicht Leiter des Schauspiels der Salzburger Festspiele und übersiedelte dann in die DDR, wo er das Berliner Ensemble künstlerisch leitete. Brecht starb 1956.

Die Fluchterfahrung ist somit ein zentrales Thema im Schaffen des Autors, das in vielerlei Hinsicht thematisiert wird. Wir haben zur Illustrierung als Motto eine lyrische Passage vorangestellt, in der man trefflich den Wert poetischer Texte für eine Humanisierung der Welt nachvollziehen kann. Und was bräuchte man in den aktuellen Diskursen mehr?

Im Spiel der beiden Akteure wurden Stationen dieses Lebens diskutiert, was allerdings ohne Vorkenntnisse schwer zu verstehen war. Diese Ausführungen unterbrachen - ganz im Sinne Brechts, dessen Theater darauf aufbaut, die ZuschauerInnen nicht in eine Illusionswelt zu entführen, sondern Verstehen der Verhältnisse zu ermöglichen - die Darbietungen einer dritten Person, der Schauspielerin der Aufführungen, die bekannte und weniger bekannte Gedichte und Songs vortrug. Gerade diese musikalische Komponente konnte viel vom Brecht'schen Flair übermitteln.

Man wird aus den obigen Ausführungen erkennen, dass dieser Theatervormittag nicht leicht zu "konsumieren" war, vieles blieb in dem Ablauf für uns unverständlich. Allerdings konnten wir einmal mehr die spannende Wirkung von Theater erleben, bei dem "wirkliche Menschen" agieren. Die SchauspielerInnen taten das mit großem Engagement und Geschick, was die meisten von uns beeindruckte. Bleibt zu hoffen, dass in der Nachbetrachtung zu den Werken von Brecht gegriffen wird - sie lohnen es.

Für die Planung und Organisation bedanken wir uns im Namen aller TeilnehmerInnen bei Frau Prof. Verena Roßmann und Frau Prof. Nathalie Pircher.

Es sei noch auf eine aktuelle Brecht-Biographie verwiesen:
Stephen Parker: Brecht. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Irmgard Müller. Berlin 2018

AutorInnenteam der 8A


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